Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat nicht nur geopolitische, sondern auch gravierende Auswirkungen auf den Tourismussektor, der in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnete. Besonders betroffen sind Reisende in Ländern wie Katar, Dubai und Oman, wo zehntausende Touristen aufgrund der aktuellen Konflikte festsitzen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Situation von Lara Trigolo aus Bozen, die seit dem 6. Januar in Phuket, Thailand, feststeckt und aufgrund eines gesperrten Luftraums nicht zurückkehren kann. Ihr Rückflug von Abu Dhabi am 3. März wurde gestrichen, und trotz zahlreicher Telefonate mit der Fluggesellschaft und dem Außenministerium hat sie keine klaren Rückkehrhinweise erhalten. Der Luftraum über mehreren Ländern ist aufgrund der Konflikte gesperrt, was zu erheblichen Störungen im internationalen Flugverkehr führt. Mehr Informationen zu ihrer Situation finden Sie hier.

Die Unsicherheiten und Reisebeschränkungen betreffen nicht nur Lara, sondern auch rund 8.900 italienische Staatsbürger, die Schwierigkeiten haben, nach Hause zu kommen. Die Preise für Flugtickets sind stark gestiegen und betragen teilweise über 1.500 Euro. Für Trigolo und ihren Freund war es notwendig, ihr Visum um 30 Tage zu verlängern und in günstigen Unterkünften für 15 Euro pro Nacht zu wohnen. Es besteht die Sorge, dass die Lage weiter eskalieren könnte, was zu weiteren Flugstreichungen führen würde.

Rückgang im Tourismus und wirtschaftliche Auswirkungen

Der US-israelische Krieg hat nicht nur die Rückreise von tausenden Touristen erschwert, sondern auch den gesamten Tourismussektor auf der Arabischen Halbinsel stark beeinflusst. Vor den jüngsten Angriffen verzeichnete die Region Rekordzahlen im Tourismus. Im Jahr 2025 besuchten fast 100 Millionen internationale Reisende Länder wie Ägypten, Jordanien, Katar und Saudi-Arabien, was einem Anstieg von 39% seit 2019 entspricht. Doch die aktuellen Konflikte haben diesen Boom abrupt zum Stillstand gebracht. Hunderte Tausende Reisende sind in den betroffenen Ländern gestrandet, während der Luftraum weitreichend geschlossen wurde. Hier erfahren Sie mehr über die Auswirkungen auf den Tourismussektor.

Die Störungen betreffen auch den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, was Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf in Schwierigkeiten bringt. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen wie TUI Cruises ihre Schiffe, darunter die Mein Schiff 4 und 5, in Abu Dhabi und Doha festhalten müssen. Der organisatorische Aufwand für Airlines und Reiseveranstalter ist enorm, da sie sich um die Unterbringung der gestrandeten Reisenden kümmern müssen.

Die Reaktion der Reisebranche

Die Reisebranche steht vor großen Herausforderungen. Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise für die Region verschärft und zahlreiche Reisewarnungen ausgesprochen. Airlines wie Lufthansa und Condor haben bereits Flüge gestrichen, während Reiseveranstalter wie Dertour alle Reisen in die Region bis einschließlich 5. März abgesagt haben. Betroffene Gäste erhalten kostenfreie Umbuchungen oder Rückerstattungen. Die genauen finanziellen Einbußen für die Reisebranche sind noch nicht abzuschätzen, hängen jedoch stark von der Dauer der Krise ab. Weitere Details zu den wirtschaftlichen Folgen finden Sie hier.

Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die Reiselust der Deutschen auch in Krisenzeiten hoch. Der Reiseverband meldete für 2025 Rekordausgaben von 88 Milliarden Euro. Allerdings zeigt sich bereits, dass Aktien der Reise- und Touristikbranche negative Auswirkungen erfahren haben, mit einem Rückgang der Lufthansa-Aktie um über sechs Prozent und TUI um nahezu zehn Prozent.