In Thailand sorgt eine Umweltkatastrophe für besorgniserregende Schlagzeilen. Erdöl, das aus einem gesunkenen Frachter austrat, hat die Strände von Phuket erreicht. Der örtliche Abgeordnete Chalermpong Saengdee berichtete am Freitag, dass die Ölrückstände sowohl den Ya Nui Beach als auch kleinere Inseln in der Provinz Phuket kontaminiert haben. Auch der beliebte Banana Beach auf Koh Hey ist betroffen. Die Situation, die vor zwei Wochen begann, hat sich bis heute nicht verbessert und birgt ernsthafte Gefahren für die Meereslebewesen und Korallenriffe in der Region. Der Vorfall könnte zudem negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Wirtschaft Thailands haben. Das unter der Flagge Panamas fahrende Frachtschiff „Sealloyd Arc“ sank am 7. Februar auf dem Weg nach Bangladesch vor Phuket. Rund 1.700 Liter Öl traten aus dem Schiff aus, das in etwa 60 Metern Tiefe liegt. Taucher haben große Schwierigkeiten, das Leck zu erreichen, während Anwohner mit Harken und Kübeln Ölklumpen an den Stränden einsammeln. Die thailändische Marine setzt Dispersionsmittel zur Bekämpfung der Ölverschmutzung ein. Chalermpong fordert die Regierung auf, finanzielle Mittel für die Bergung des Wracks bereitzustellen. Mehr Informationen zu diesem Vorfall finden Sie in einem Artikel auf Südtirol News.
Der Untergang des Frachters
Der Frachter „Sealloyd Arc“ sank vor der Südwestküste Thailands, etwa drei Seemeilen (5,5 Kilometer) vor Laem Phromthep, nach einem Wassereinbruch und einer Kippung zur Steuerbordseite. Glücklicherweise konnten alle 16 Crewmitglieder gerettet werden. Marineflieger entdeckten einen Ölteppich, der über 8,3 Kilometer lang und 1,8 Kilometer breit ist. Um die Lage zu kontrollieren, richtete die Marine ein Lagezentrum (War Room) unter Vizeadmiral Weerudom Muangchin ein. 440 Meter Ölsperren wurden ausgelegt, und 4.000 Liter Chemikalien zur Bekämpfung der Ölverschmutzung stehen bereit. Marineschiffe, Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen überwachen den Ölteppich und suchen nach treibenden Trümmern. Der Frachter war auf dem Weg von Malaysia nach Bangladesch und hatte 297 Container geladen, darunter 14 mit Gefahrgut. Bisher wurden acht Container geborgen, einige treiben jedoch noch im Meer und gefährden die Schifffahrt. Die Behörden beobachten die Situation genau, um Schäden an Stränden, Korallenriffen und der Fischerei zu verhindern. Aktuell verhindert die Wettersituation in der Andamanensee, dass der Ölteppich näher an die Küste treibt. Die Bergung des Wracks und die Eindämmung der Umweltfolgen könnten jedoch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind auf Bild.de verfügbar.
Folgen der Ölverschmutzung
Die aktuelle Ölverschmutzung in Thailand ist nicht nur ein lokales Problem, sondern wirft auch größere Fragen zur Gesundheit der Meere auf. Jährlich gelangen etwa 6.000 Tonnen Öl in die Ozeane, was das Ökosystem und dessen Bewohner stark bedroht. Besonders betroffen sind Vögel, deren Gefieder durch Öl verklebt wird, was zu Unterkühlung und Tod führt. Auch Meeressäuger, Jungfische und Reptilien reagieren empfindlich auf Ölverschmutzung, da diese das Nervensystem der Tiere schädigen kann. Ölverschmutzung wird häufig nur bei großen Unglücken wie dem Exxon Valdez oder der Deepwater Horizon sichtbar, jedoch sind auch alltägliche Förderpraktiken für Ölverluste in den Meeren verantwortlich. In der Nordsee und dem angrenzenden Nordostatlantik sind über 740 Öl- und Gasplattformen in Betrieb, und kleine Störfälle führen regelmäßig zu Ölverlusten. Eine Studie aus 2014 belegt, dass in der Nordsee jährlich 6.000 Tonnen Öl ins Meer gelangen. Die Schädigung eines Lebensraums hängt von der Menge und Art des Öls sowie von Faktoren wie Wassertemperatur, -bewegung und -tiefe ab. Der vollständige bakterielle Abbau von Öl kann Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Mehr über die Gefahren der Ölverschmutzung im Meer erfahren Sie auf NABU.de.