Heute ist der 16.02.2026. Die Reisewelle während des verlängerten Lunar New Year Urlaubs in China hat die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen. China rechnet mit beeindruckenden 9,5 Milliarden Passagierreisen zwischen dem 15. Februar und dem 23. Februar 2026. Diese enorme Zahl verteilt sich über einen Zeitraum von 40 Tagen und wird als die größte Bewegung von Menschen weltweit angesehen. Laut der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas werden 540 Millionen Reisen mit dem Zug, 95 Millionen mit dem Flugzeug und 8,8 Milliarden auf den Straßen erwartet. Diese Entwicklungen sind nicht nur von nationaler Bedeutung, sondern haben auch weitreichende Auswirkungen auf internationale Reiseziele, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Die Nachfrage nach Inlandsfreizeitreisen bleibt stark, da viele Verbraucher in Erlebnisse investieren, um den Herausforderungen des wirtschaftlichen Wandels zu entkommen. Beliebte Reiseziele innerhalb Chinas sind Hainan und der Changbai-Berg, wo sowohl schneereiche als auch warme Bedingungen locken. In der internationalen Reisebranche zeigt sich Thailand als das bevorzugte Auslandsziel für chinesische Touristen, nicht zuletzt wegen des angenehmen Wetters. Allerdings erlebte Thailand im letzten Jahr einen Rückgang der ausländischen Ankünfte um 7% aufgrund von Betrugsängsten. Dennoch hat das Land investiert, um sein Image zu verbessern und veranstaltet Lunar New Year Feiern, um die Besucherzahlen zu steigern.

Reiseverhalten und Trends

Die Buchungen nach Russland haben sich seit 2025 mehr als verdoppelt, was in erster Linie auf die erleichterten Visabestimmungen zurückzuführen ist. Die russische Reisebranche profitiert von diesem Trend und verzeichnet ein starkes Wachstum. Auch Nord-Europa und Australien erleben einen Anstieg der Buchungen um über 100% im Jahresvergleich. Die Bedeutung des internationalen Marktes im Frühlingsfest-Reiseverkehr ist nicht zu unterschätzen, da internationale Flüge mittlerweile etwa die Hälfte der Gesamtkapazität ausmachen.

Im Gegensatz dazu hat Japan an Attraktivität verloren. Politische Spannungen und Reise-Sicherheitswarnungen haben die Anzahl der Reisen nach Japan erheblich reduziert. Flüge zwischen China und Japan sind im Vergleich zum Vorjahr um 49,2% gesunken, und es wurden 58 Flugrouten gestrichen, die während des letzten Frühlingsfestes operierten. Diese Trends sind nicht nur temporär, sondern könnten langfristig die Reisegewohnheiten der Chinesen beeinflussen.

Einblick in die Zukunft des Reisens

Die chinesische Reisebranche zeigt sich nach den Corona-Jahren optimistisch. Prognosen deuten darauf hin, dass die Ausgaben chinesischer Reisender bis 2025 auf 167,7 Milliarden US-Dollar steigen und bis 2035 sogar 419,2 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Die Nachfrage nach individuellen Reisen und authentischen Erlebnissen nimmt zu, während klassische Reisegruppen an Bedeutung verlieren. Besonders bei jungen Reisenden ist der Trend zum „Slow Travel“ zu beobachten, wobei längere Aufenthalte an einem Ort und das Mieten von Apartments beliebter werden.

Beliebte Reiseziele in China selbst sind historische Städte wie Xi’an und Chengdu sowie ländliche Gebiete. Die heimische Tourismusbranche reagiert auf diese Veränderungen mit mehr Boutique-Hotels, kulturellen Angeboten und nachhaltigen Optionen. Die Integration von chinesischen Bezahlmethoden wie Alipay und WeChat Pay wird für deutsche Tourismusanbieter zunehmend wichtig, um den Ansprüchen der chinesischen Reisenden gerecht zu werden.

Insgesamt zeigt sich, dass chinesische Touristen anspruchsvolle Entdecker sind, die Interesse an authentischen Erfahrungen haben. Mit einer prognostizierten Anzahl von 200 Millionen internationalen Reisen pro Jahr von chinesischen Urlaubern bis 2028 wird die Reisebranche weiterhin im Wandel sein, während sie sich den neuen Bedürfnissen und Wünschen der Reisenden anpasst. Für weitere Informationen zu den aktuellen Trends im chinesischen Tourismus empfiehlt sich ein Blick auf die ausführlichen Analysen in den Quellen Travel Tomorrow und Independent sowie China Kommunikation.