In Thailand sorgt der Rückgang der Dugong-Population für große Besorgnis. Diese Gabelschwanzseekühe gelten als gefährdet und haben in den letzten Jahren stark unter dem Verlust ihrer Lebensräume gelitten. So schätzt man, dass die Hälfte der Dugong-Population verschwunden sein könnte. An den Küsten Thailands werden immer wieder tote Dugongs gefunden, und zwischen 2023 und 2024 wurden 42 tote und abgemagerte Tiere registriert. Ein Grund für diesen Rückgang könnte das örtliche Seegrassterben sein, welches die Futtersuche der Dugongs erheblich erschwert. In einer erfreulichen Wendung wurden jedoch vier gesunde Dugongs bei einer Drohnen-Erhebung vor Koh Libong in der Provinz Trang gesichtet. Diese Drohnen wurden vom Marine-Nationalpark-Forschungs- und Studienzentrum 3 in Trang eingesetzt und zeigten die Tiere beim Fressen von Seegras und mit normalem Verhalten. Der Body Condition Score der gesichteten Dugongs betrug drei von fünf Punkten, während die Atemfrequenz bei drei bis vier Atemzügen in fünf Minuten lag. Leider wurde bei einem der Tiere festgestellt, dass es Seilreste um beide Flossen gewickelt hatte, was ein Gesundheitsrisiko darstellt. Das Tier kann jedoch noch schwimmen und Nahrung aufnehmen, zieht sich bei Ebbe in tiefere Gewässer zurück. Die Behörden haben engmaschige Kontrollen für das betroffene Tier angeordnet, und Jinda Srisupphattaphong vom Department of National Parks betont die kontinuierliche Überwachung durch das Forschungszentrum und Veterinärteams. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, die Dugongs und ihre Lebensräume zu schützen. [Quelle]

Die Herausforderungen für die Dugongs

Doch trotz dieser positiven Sichtung stehen die Dugongs vor enormen Herausforderungen. Theerasak Saksritawee, auch bekannt als Pop, überwacht die Dugongs in der Tang Khen Bucht, Thailand, mithilfe einer Drohne. Er besucht die Bucht nahezu täglich seit 15 Monaten. In dieser Bucht lebt derzeit nur noch ein Dugong namens Miracle, der zuvor in einer Gemeinschaft von bis zu 13 Dugongs lebte. Miracle hat andere Dugongs vertrieben, um das Seegras zu schützen, und sein einziger Begleiter, Jingjok, starb im letzten Jahr. Diese Situation verdeutlicht die kritische Lage der Dugongs in Thailand, wo sie in vielen Regionen als vom Aussterben bedroht gelten, insbesondere aufgrund von Lebensraumsverlust, Klimawandel, Lärm, Bootsstrichen und Verschmutzung. Eine Einschätzung aus dem August 2025 ergab, dass die Dugong-Population vermutlich um die Hälfte gesunken ist. In den letzten Jahren gab es einen Anstieg der gestrandeten Dugongs an der Andamanenküste, von durchschnittlich 20 pro Jahr (2019-2022) auf 42 pro Jahr (2023-2024). [Quelle]

Die Ursachen des Rückgangs

Die Ursachen für den dramatischen Rückgang der Dugongs sind vielfältig. Ein Faktensammelteam stellte im Januar 2025 fest, dass ein massives Seegrassterben die Überlebenschancen der Dugongs beeinträchtigt. Diese Tiere ernähren sich hauptsächlich von Seegras und benötigen täglich 40 bis 60 kg davon. Besonders stark betroffen sind die Seegraswiesen nahe der Provinz Trang, während die Seegrasbestände in Krabi, Phuket und Phang Nga relativ gesund bleiben. Die Gründe für den Verlust des Seegrases sind unklar, können aber mit Verschmutzung, Sedimentation, steigenden Wassertemperaturen und Veränderungen der Gezeitenzyklen in Verbindung stehen. Lokale Bauprojekte und starke Regenfälle tragen zur Wasserverschmutzung und Sedimentation in der Tang Khen Bucht bei. Die Bemühungen, neues Seegras zu pflanzen und Futter für die Dugongs bereitzustellen, sind unzureichend für eine langfristige Nachhaltigkeit. [Quelle]

Schutzmaßnahmen und Zukunftsperspektiven

Die alarmierende Zunahme der Dugong-Todesfälle hat auch dazu geführt, dass Meereswissenschaftler an einem Projekt zur Rettung dieser gefährdeten Tiere arbeiten. Ziel ist die Wiederherstellung der schwindenden Seegraswiesen, die für die Ernährung der Dugongs wichtig sind. Im Oktober wurden in den südlichen Provinzen Thailands acht tote Dugongs gefunden, und Autopsien zeigen, dass diese Tiere auf Seetang als alternative Nahrungsquelle ausweichen mussten. Seetang stellt jedoch einen unzureichenden Ersatz für Seegras dar. Dr. Pinsak Suraswadi, Generaldirektor der Abteilung für Meeres- und Küstenressourcen, betont die Bedeutung von Seegras für das Überleben der Dugongs. Studien belegen einen drastischen Rückgang der Fläche und Dichte von Seegraswiesen in wichtigen Dugong-Gebieten wie Krabi, Trang und Satun, was zu Mangelernährung und erhöhter Sterblichkeit bei den Tieren führt. Die Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um der Krise zu begegnen, einschließlich der Einrichtung alternativer Futterplätze in kritischen Habitaten und der Züchtung von Seegras-Setzlingen zur Pflanzung in geschädigten Gebieten. Die Bevölkerung wird ermutigt, bedrohte Tiere und Umweltveränderungen über die Hotline 1362 zu melden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Regierung und Gesellschaft ist entscheidend, um langfristige Lösungen zu entwickeln und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Dugongs zu wahren. [Quelle]