Im Jahr 2018 haben der Stuttgarter Zoo und WWF Deutschland eine bemerkenswerte Artenschutzkooperation ins Leben gerufen, die unter dem Namen „Team Elefant“ firmiert. Ziel dieser Initiative ist es, den bedrohten asiatischen Elefanten Schutz zu bieten und gleichzeitig Tierschutzprojekte in Thailand zu unterstützen. Die Mitglieder des Teams können ab einem Monatsbeitrag von neun Euro aktiv zur Finanzierung dieser Projekte beitragen, wobei ein Teil der gesammelten Mittel für den Bau einer neuen Elefantenanlage in der Wilhelma verwendet wird. Diese Informationen stammen aus einem Artikel der Krzbb.
Die Initiative hat bereits große Erfolge verzeichnet. So fließen rund 60% der Spendengelder in Projekte des WWF in Thailand und Myanmar, während die restlichen 40% dem Gehegebau in Stuttgart zugutekommen. Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin schätzt die Einnahmen aus der Kooperation auf etwa 500.000 Euro. Aktuell zählt das Team Elefant rund 1000 Mitglieder, die sich für die Elefanten einsetzen und somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten.
Neue Elefantenwelt in der Wilhelma
Der Bau der neuen Elefantenanlage in der Wilhelma wird mit insgesamt rund 68,5 Millionen Euro veranschlagt, wobei das Land den Großteil der Kosten übernimmt und der Wilhelma-Förderverein 15 Millionen Euro zuschießt. Der Bau hat Ende Januar 2026 begonnen und soll bis 2029 fertiggestellt werden. Die neue Anlage wird Platz für eine bis zu 15-köpfige Elefantenherde bieten und moderne Haltungsformen implementieren. Zudem wird die sogenannte „Protected Contact-Methode“ eingesetzt, die für mehr Sicherheit des Zoopersonals sorgt. Tierärztliche Untersuchungen werden durch spezielle Luken in einer Trainingswand ermöglicht.
Die asiatischen Elefanten sind stark bedroht, unter anderem durch Wilderei, Mensch-Wildtier-Konflikte und Lebensraumverlust. Der WWF engagiert sich daher intensiv für den Schutz dieser majestätischen Tiere im Kaeng-Krachan-Waldkomplex in Thailand, einschließlich des Kui-Buri-Nationalparks. Zu den Maßnahmen zählen die Schaffung von Salzleckstellen und Wasserquellen sowie das SMART-Early-Warning-System, das Konflikte mit Landwirten reduzieren soll. In Myanmar testet der WWF solarbetriebene Elektrozäune und Straßenlaternen, um die Elefantenpopulation zu schützen.
Nachhaltige Ausgaben und Projekte
Die Bedeutung solcher Initiativen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, gerade in Anbetracht der alarmierenden Schätzungen, die besagen, dass in Thailand nur noch rund 3.000 wildlebende Elefanten existieren und in Myanmar weniger als 2.000. Im Kui Buri Nationalpark wurden während eines Monitorings 104 Elefanten gesichtet, was zeigt, dass der Bedarf an Schutzmaßnahmen dringend ist. Der WWF verfolgt mittel- bis langfristige Projektziele zum Schutz der Natur und prüft kontinuierlich die Ausgaben für eine effiziente Verwendung der Einnahmen. Im letzten Geschäftsjahr betrugen die Gesamtausgaben des WWF 127 Millionen Euro, mit einem Zuwachs von 4,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Dabei fließen 82 Prozent der Ausgaben in Projekt-, Aufklärungs- und Kampagnenarbeit, während etwa 12 Prozent für die Betreuung von Fördermitgliedern und Spender:innen verwendet werden. Die Verwaltungsausgaben des WWF betragen lediglich 6 Prozent der Gesamtausgaben, was die Effizienz der Organisation unterstreicht.
Es ist von großer Bedeutung, dass die Öffentlichkeit weiterhin für den Schutz der asiatischen Elefanten sensibilisiert wird und sich aktiv an diesen Projekten beteiligt. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass diese beeindruckenden Tiere auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben.