Die Wirtschaft Thailands steht vor großen Herausforderungen, wenn es um ausländische Direktinvestitionen (FDI) geht. Laut UOB zeigt sich, dass die Fähigkeit des Landes, von globalen FDI zu profitieren, vor allem von strukturellen Engpässen abhängt und nicht ausschließlich von Steueranreizen. Zu diesen Einschränkungen zählen vor allem die Notwendigkeit, saubere und zuverlässige Energie zu gewährleisten, insbesondere für den schnell wachsenden Sektor der Rechenzentren und der Elektronik.

Ein weiteres Anliegen ist die Effizienz bei Genehmigungen und dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Auch findet man oft nicht genug gut ausgebildete Arbeitskräfte, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Diese Faktoren machen Thailand in der internationalen FDI-Landschaft weniger konkurrenzfähig, insbesondere im Vergleich zu anderen ASEAN-Nachbarländern, die mit gezielten Anreizen in Sektoren wie Halbleiter und digitalen Technologien auftrumpfen.

Wachstumsstrategien nach COVID-19

Um die Wirtschaft nach der COVID-19-Pandemie und inmitten geopolitischer Spannungen wieder auf Touren zu bringen, entwickelt das BOI konkrete Pläne. Schwerpunkte sind unter anderem BCG (Bio-Circular-Green), Elektrofahrzeuge, Halbleiter und digitale Technologien. Das BOI ermutigt ausländische Unternehmen, internationale Geschäftszentren in Thailand zu errichten und verfolgt das Ziel, das Land als attraktiven Standort zu positionieren.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Zwischen 2022 und Juni 2024 sind bereits 517 Halbleiterprojekte im Wert von 710 Milliarden Baht in der Pipeline, während in den Bereichen Elektrofahrzeuge und digitale Technologien ebenfalls beeindruckende Investitionen zu verzeichnen sind. Die Nachfrage nach Fachkräften bleibt jedoch eine der größten Hürden: Die Regierung plant, durch Schulungsinitiativen 80.000 Arbeiter für Halbleiter, 150.000 für Elektrofahrzeuge und 50.000 für KI auszubilden. Doch bis dies greifbare Früchte trägt, werden zunächst auch internationale Fachkräfte benötigt.

Der FDI-Markt in Zahlen

Ein Blick auf die Statistiken von Statista zeigt, dass Thailand sich trotz der Herausforderungen um FDI bemüht. Im Jahr 2023 sanken die FDI auf einen Tiefpunkt von 17 Milliarden USD, was hinsichtlich der zukünftigen Attraktivität kritische Fragen aufwirft. Dennoch sind die Amerikaner, Japaner und andere Investoren weiterhin an Thailand interessiert, was sich in einer rekorden Anzahl von FDI-Anträgen niederschlägt – allein bis September 2024 summierten sich diese auf über 547 Milliarden Baht.

Besonders hervor sticht in diesem Zusammenhang, dass China als führende Quelle für FDI in Thailand agiert. Rund 1,8 Milliarden US-Dollar wurden allein von dort aus investiert, hauptsächlich in Sektoren wie Elektrofahrzeuge und E-Commerce. Das Positive: Thailand bleibt für verschiedene Investoren aus der Region attraktiv, insbesondere in den Bereichen Immobilien und Maschinenbau, was auf zukünftiges Wachstum hindeutet.

Trotz dieser positiven Aspekte bleibt es entscheidend, die genannten strukturellen Engpässe zu beheben, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Hier wird nicht nur der politische Rahmen, sondern auch die Transparenz und Governance für Investoren immer wichtiger.