Die wirtschaftliche Lage in Thailand sieht aktuell nicht rosig aus. Ein neuer Bericht der Weltbank zeigt, dass das BIP-Wachstum des Landes für 2026 auf mageren 1,6% gesenkt wurde. Dies klingt besorgniserregend und hat seine Gründe: Eine Abkühlung des globalen Handels, hohe Haushaltsverschuldung und eine schleppende Erholung der Tourismusbranche drücken auf die wirtschaftliche Dynamik. Diese Faktoren sind nicht nur dem Land selbst, sondern auch der internationalen Gemeinschaft nicht entgangen. Aber die Prognose ist nicht ganz düster, denn für 2027 rechnet man mit einer moderaten Erholung auf 2,2%, unterstützt durch stärkere ausländische Direktinvestitionen.

Die Weltbank hat auch einen genauen Blick auf den Fertigungssektor geworfen, der derzeit 25% des thailändischen BIP ausmacht und etwa 6,2 Millionen Menschen beschäftigt – das entspricht 16% der Erwerbsbevölkerung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da es notwendig ist, die Fertigung auf „fortschrittliche grüne Fertigung“ umzustrukturieren. Diese umweltfreundlichen Produkte machen derzeit nur wichtige 10% des gesamten Handelswerts aus, aber es gibt Potenzial, vor allem in Bereichen wie Elektrofahrzeugen und energieeffizienten Geräten. Dr. Kiatipong Ariyapruchya prognostiziert, dass die Stärkung dieses Sektors das BIP bis 2035 um zusätzliche 2,9% anheben könnte.

Politische Unsicherheiten und Herausforderungen

Doch nicht nur die globale Marktentwicklung sorgt für Unsicherheiten. Thailand hat auch mit strukturellen Herausforderungen zu kämpfen. Dazu gehören eine alternde Gesellschaft, eine sinkende Geburtenrate und ein niedriges Ausbildungsniveau der Erwerbsbevölkerung. Die Verschuldung der Haushalte hat enorme Auswirkungen auf den Konsum, was sich unter anderem in stark gesunkenen Pkw-Verkäufen bemerkbar macht. 2024 wurde ein Rückgang von 25% verzeichnet. Das Land hat sich weiterhin mit hohen US-Zöllen auseinanderzusetzen, die die Exportmöglichkeiten deutlich einschränken. Diese Zölle fangen bei 19% an, die US-Importeure für thailändische Waren zahlen müssen, und stellen ein weiteres Hindernis für den Handel dar.

Politische Unsicherheiten vor den Wahlen im März 2026 sorgen zusätzlich für ein instabiles Geschäftsklima. So bleibt der Einfluss politisch gut vernetzter Eliten häufig von notwendigen Veränderungen unberührt, während viele Bürger auf symbolische Politik warten.

Wachstumsperspektiven: Der Blick nach vorne

Auf der positiven Seite steht, dass ausländische Direktinvestitionen, insbesondere aus China, zunehmend in Thailand ankommen. Dennoch ist das Land in diesem Bereich im Vergleich zu seinen Nachbarn wie Vietnam zurückgeblieben, was einen weiteren Anreiz für die Regierung darstellt, verstärkt auf externe Investoren zuzugehen. Das Programm „FastPass“, das Genehmigungen beschleunigen soll, aktiviert zudem 15 Milliarden US-Dollar in 80 Großprojekten. Diese Maßnahmen könnten sich als Schlüssel zum besseren wirtschaftlichen Klima entpuppen.

Innovative Bestrebungen, speziell in der Elektronikbranche, stellen einen Lichtblick dar. Zwar produziert Thailand bisher einfache Produkte, doch der Trend zur Digitalisierung und modernen Herstellung könnte den Sektor beleben. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Thailand, welches seit September 2023 verhandelt wird und 2026 abgeschlossen sein soll, könnte ebenfalls frischen Wind bringen.

Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Produktion und einer gezielten Unterstützung von zukunftsträchtigen Industrien könnte Thailand auf dem besten Weg sein, sich zu erholen und zu wachsen. Wie es aussieht, decken die Weichenstellungen in der gegenwärtigen Zeit ein hohes Maß an Potenzial auf, um in den kommenden Jahren wirtschaftliche Fortschritte zu erzielen.

Pattaya Mail berichtet über die düsteren Prognosen, während Weltbank der Meinung ist, dass Thailand einen klaren Kurs in die Zukunft einschlagen muss. Zudem zeigt ein Überblick von GTAI, wie wichtig die Reformen für das Land sind. Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und aktiv zu werden!