Heute, am 16.02.2026, wird in Thailand ein bedeutendes Projekt zur Verbesserung der Energieinfrastruktur vorgestellt. Der permanente Sekretär für Energie, Mr. Prasert Sinsukprasert, besuchte kürzlich die Umspannstation Phan Thong in Chon Buri. Diese Umspannstation soll künftig neue Datenzentren mit Strom versorgen. Die Electricity Generating Authority of Thailand (Egat) hat dafür eine Investition von 31 Milliarden Baht eingeplant, um das Stromübertragungssystem im Eastern Economic Corridor (EEC) zu modernisieren. Ziel dieser Maßnahme ist es, Engpässe in der Stromversorgung für die Entwicklung von Datenzentren zu beseitigen.
Thailand hat zwar ausreichend Strom, um Datenzentren rund um die Uhr zu betreiben, jedoch ist eine Verbesserung der Übertragungskapazität notwendig. Prasert betonte, dass Thailand mittlerweile als globaler Standort für Datenzentren gilt, die einen erheblichen Strombedarf haben. Egat hat 1,5 Milliarden Baht für die Aufrüstung der Übertragungskapazität an der Umspannstation Phan Thong vorgesehen, um die gesamte Übertragungskapazität von 600 Megawatt (MW) auf 1.150 MW zu erhöhen. Vier Datenzentren befinden sich bereits im Bau in Amata City Chon Buri und werden von dem verbesserten Übertragungssystem profitieren.
Datenzentren und ihre Energieanforderungen
Die Nachfrage nach Datenzentren wird voraussichtlich weiter steigen, insbesondere durch neue Technologien wie Blockchain, künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen. Diese Technologien erfordern leistungsstarke Rechenressourcen, was sich direkt auf den Energieverbrauch auswirkt. Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen, dass der Energiebedarf von Rechenzentren bis 2030 sich möglicherweise verdoppeln könnte. Ein wesentlicher Treiber für diesen Anstieg sind rechenintensive Aufgaben, wie sie zum Beispiel bei KI-Anwendungen anfallen.
Die steigende Nutzung von 5G-Netzen wird auch die Nachfrage nach latenzarmen Rechenleistungen erhöhen. Laut den IEA-Daten könnte der Strombedarf der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden (TWh) ansteigen. Besonders in Europa könnte sich der Strombedarf fast verdreifachen, wobei Deutschland als führender Standort für Rechenzentren gilt. Die Kapazität der Rechenzentren in Deutschland hat sich seit 2010 auf über 2.730 MW im Jahr 2024 mehr als verdoppelt, und bis 2030 wird eine Steigerung auf über 4.800 MW erwartet.
Technologische Entwicklungen und ihre Auswirkungen
Die zunehmende Verbreitung von KI-Chatbots und anderen datenintensiven Anwendungen wird die Energienachfrage weiter ankurbeln. KI-Modelle wie ChatGPT benötigen derzeit so viel Strom wie eine Großstadt. Die Verarbeitung großer Datenmengen erfordert nicht nur leistungsstarke Grafikprozessoren (GPUs), sondern auch effiziente Kühlungssysteme, da Server, Speicher und Kühlung die Haupttreiber des Energieverbrauchs in Rechenzentren sind.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Entwicklung von energieeffizienten Rechenchips. Zukünftige Technologien könnten dazu führen, dass der Energieverbrauch von KI-Anwendungen gesenkt wird, insbesondere durch die Nutzung erneuerbarer Energien. Die europäische Kommission plant zudem, Normungsaufträge zur Berichterstattung über den Energieverbrauch von KI-Modellen einzuführen.
Schlussfolgerung
Die Entwicklungen in Thailand, insbesondere die Investitionen in die Energieinfrastruktur, sind Teil eines globalen Trends, der die Energieanforderungen von Datenzentren und neuen Technologien adressiert. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Rechenzentren und den damit verbundenen Herausforderungen im Bereich der Energieversorgung sind solche Projekte von großer Bedeutung. Die Herausforderung wird darin bestehen, den Energiebedarf nachhaltig zu decken, während man gleichzeitig den Übergang zu sauberer Energie und effizienteren Technologien vorantreibt. Der Weg in eine energieeffiziente Zukunft ist noch lang, aber die ersten Schritte werden bereits unternommen.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in Thailand und den globalen Trends in der Energieversorgung von Datenzentren, besuchen Sie die Bangkok Post oder die IEA-Website. Auch die Berichte des Bundeswirtschaftsministeriums bieten wertvolle Einblicke in die Herausforderungen der Energieversorgung.