In Thailand hat sich eine bemerkenswerte Initiative zur Reduktion des Zuckerkonsums entwickelt, die sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Vorlieben der Konsumenten in den Fokus rückt. Vietnamesische Touristen, die im Dezember 2025 den Gugu Longbao Shop in Bangkok besuchen, genießen nicht nur die berühmten gedämpften Brötchen, sondern auch den beliebten thailändischen Milchtee, der jedoch oft mit einem hohen Zuckergehalt zubereitet wird. Dies ist Teil eines größeren Problems: Der durchschnittliche Zuckerkonsum in Thailand liegt bei 21 Teelöffeln pro Tag, was mehr als dem Dreifachen der von der WHO empfohlenen Menge von 6 Teelöffeln entspricht. Um dem entgegenzuwirken, verpflichten sich ab Februar 2025 neun große Kaffeeketten in Thailand, den Zuckergehalt in bestimmten Getränken um 50 % zu reduzieren. Diese Maßnahme ist Teil eines Regierungsplans, um den übermäßigen Zuckerkonsum einzudämmen und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern [1].

Die Initiative wird von großen Getränkeketten wie Café Amazon, Inthanin, All Café, Black Canyon, Punthai und Chao Doi unterstützt, die mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeiten. Ziel ist es, einen neuen Standard für die Süße von Getränken einzuführen, der den Zuckergehalt erheblich senkt. So wird beispielsweise ein 473-ml-Kaffee künftig nur noch 3,7 Teelöffel Zucker enthalten, anstelle der vorherigen 7,3 Teelöffel. Eistee und Milchtee sinken von 6,6 auf 3,3 Teelöffel Zucker. Diese Reduzierung wird als „normale Süße“ definiert und kommt mit dem Ansatz der Verhaltensökonomie, um die Zuckermenge an gesundheitliche Empfehlungen anzupassen [2].

Gesundheitliche Hintergründe und Herausforderungen

Die thailändischen Gesundheitsbehörden warnen vor den Risiken eines hohen Zuckerkonsums, der unter anderem zu Fettleibigkeit und Diabetes führt. Aktuell sind etwa 45 % der thailändischen Bevölkerung ab 15 Jahren fettleibig, und 10 % leiden an Diabetes. Deshalb wird die Reduzierung des Zuckerkonsums nicht nur als eine Frage des Geschmacks, sondern auch als eine dringende gesundheitliche Notwendigkeit betrachtet. Gesundheitsexperten betonen die Vorteile einer geringeren Zuckeraufnahme, darunter eine verbesserte Hautgesundheit, weniger Müdigkeit und ein geringeres Risiko für Fettleber und Diabetes [3].

Die Umsetzung dieser Zuckerreduzierung könnte jedoch auf Herausforderungen stoßen. Marken könnten die Initiative unterschiedlich umsetzen, was zu Verwirrung bei den Kunden führen kann, die sich oft nicht sicher sind, wie sie ihre Getränke in Bezug auf den gewünschten Süßegrad bestellen sollen. Verbraucher zeigen jedoch bereits eine Tendenz zu weniger süßen oder zuckerfreien Getränken, was die Initiative zusätzlich unterstützt. Langfristig könnte diese Veränderung auch dazu beitragen, die Geschmacksknospen der Konsumenten neu zu trainieren und natürliche Aromen in den Vordergrund zu stellen.

Mit dieser Maßnahme positioniert sich Thailand nicht nur als Vorreiter im Bereich der öffentlichen Gesundheit, sondern fördert auch das langfristige Wohlbefinden der Bevölkerung. Die Reduzierung des Zuckerkonsums könnte ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung sein, um die Gesundheitsprobleme, die mit übermäßigem Zuckerkonsum einhergehen, anzugehen und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.