Heute ist der 17.02.2026 und in Thailand stehen die Zeichen auf Wachstum und internationale Zusammenarbeit. Der thailändische Industrieminister Thanakorn Wangboonkongchana traf sich am 16. Februar 2026 mit der EU-Botschafterin H.E. Luisa Ragher, um die gemeinsamen Ziele einer grünen Wirtschaft zu besprechen und die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (FTA) mit der EU voranzutreiben. Trotz der politischen Unsicherheit in Thailand, wo sich die Regierung in einer Übergangsphase befindet, bekräftigte Thanakorn, dass das Ministerium weiterhin voll funktionsfähig ist und die FTA-Verhandlungen zügig vorangetrieben werden sollen. Die Gespräche konzentrierten sich darauf, die thailändische Fertigungsindustrie an die europäischen Umweltstandards anzupassen.

Die Fortschritte bei den laufenden Verhandlungen sind ermutigend. Bei der siebten Verhandlungsrunde in Brüssel, die vom 29. September bis 3. Oktober 2025 stattfand, wurden bedeutende Fortschritte in den Bereichen Kapitalverkehr und Finanzdienstleistungen erzielt. Diese Bereiche sind bereits abgeschlossen und sollen grenzüberschreitende Investitionen erleichtern sowie Transparenz im Finanzsektor schaffen. Neben diesen Themen wurden auch Marktzugang, Handelswaren, Dienstleistungen und öffentliche Beschaffung diskutiert. Offene Punkte wie die Marktöffnung für Waren und Dienstleistungen, landwirtschaftliche Standards sowie der Schutz geistigen Eigentums und digitaler Handel stehen weiterhin auf der Agenda. Chotima Iemsawasdikul, die thailändische Chefunterhändlerin, betonte die Notwendigkeit, gemeinsamen Boden zu finden, während zwischen den offiziellen Verhandlungsrunden intensiv weiterverhandelt wird.

Wirtschaftliche Impulse durch Freihandelsabkommen

Das angestrebte Freihandelsabkommen könnte der thailändischen Wirtschaft milliardenschwere Impulse geben, besonders in der Automobilindustrie, Elektronikbranche und Landwirtschaft. Thailand, als viertgrößter Handelspartner der EU, war im Jahr 2024 verantwortlich für 7,1% des Handels in Waren. Im selben Jahr belief sich der bilaterale Handel auf beeindruckende 42 Milliarden Euro, wobei die EU Waren im Wert von 27,4 Milliarden Euro aus Thailand importierte, hauptsächlich Maschinen und Geräte. Diese Zahlen verdeutlichen die Wichtigkeit der EU für Thailand und umgekehrt.

Die Handelsbeziehungen zwischen Thailand und der EU sind im Aufschwung. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 betrug das Handelsvolumen zwischen beiden Regionen 29,62 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 1,77% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Thailands Exporte in die EU stiegen um 7,50% auf 17,28 Milliarden Dollar, während die Importe aus der EU um 5,30% sanken. Zu den bedeutendsten Exportgütern Thailands zählen Computerteile, Edelsteine und Klimaanlagen. Handelsministerin Suphajee Suthumpun unterstützt das Abkommen als Teil ihrer „Quick Big Win“-Politik zur Ankurbelung der thailändischen Wirtschaft.

Ein Rahmen für Zusammenarbeit

Zusätzlich zu den Handelsverhandlungen haben Thailand und die EU im Dezember 2022 ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PCA) unterzeichnet, das einen umfassenden Rahmen für die Beziehungen zwischen den beiden Regionen bietet und Möglichkeiten zur Entwicklung der Zusammenarbeit eröffnet. Thailand ist als wichtiger Zielort für europäische Investitionen innerhalb von ASEAN zu betrachten, mit 24,9 Milliarden Euro an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) im Jahr 2023. Die EU ist der zweitgrößte Investor in Thailand nach Japan.

In Anbetracht dieser Entwicklungen und der beabsichtigten FTA-Verhandlungen ist klar, dass Thailand und die EU auf dem besten Weg sind, ihre wirtschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen. Mit dem Zugang zu europäischer Hightech und Pharmaprodukten könnte Thailand nicht nur seine Exportmöglichkeiten erweitern, sondern auch die heimische Industrie und Wirtschaft nachhaltig stärken. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen und die Weichen für eine prosperierende Zusammenarbeit zu stellen.

Für weitere Informationen zu den Verhandlungen und dem Stand der Dinge, besuchen Sie bitte die Quelle und die Zusatzinformationen sowie die EU-Trade-Policy-Seite.