Thailand, ein Land, das für seine atemberaubenden Strände und reichhaltige Kultur bekannt ist, steht vor Herausforderungen in der Tourismusbranche. Heute äußerte sich Sirigesanong Trirattanasongpol, Geschäftsführer für Ostasien bei der thailändischen Tourismusbehörde (TAT), zu den aktuellen Gegebenheiten. Die positive Nachricht: Die Inflationsrate bleibt niedrig und die Inlandspreise stabil. Doch werfen hohe wahrgenommene Preise bei Touristen Fragen auf, die möglicherweise durch Wechselkursschwankungen bedingt sind. Das thailändische Handelsministerium berichtet von einem Rückgang der Gesamtinflation im Januar, der bereits den zehnten Monat in Folge anhält, vor allem dank sinkender Energiepreise.

Und auch der Blick in die Zukunft ist kein leichter. Für 2025 wird mit etwa 32,9 Millionen internationalen Touristen gerechnet, darunter 1,55 Millionen aus Südkorea. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr rund 36 Millionen Touristen ins Land zu holen. Trotzdem gibt es einige Sorgenfalten: Der Baht hat sich seit Jahresbeginn um circa 1 % gegenüber dem US-Dollar aufgewertet, was die Wettbewerbsfähigkeit Thailands beeinflussen könnte, insbesondere wenn man den prognostizierten Anstieg von 9 % bis 2025 berücksichtigt. Das könnte dazu führen, dass die beliebten Urlaubsziele für ausländische Gäste weniger attraktiv werden.

Sicherheitsbedenken und Marketingstrategien

Ein unschöner Vorfall sorgt zudem für mulmige Stimmung unter den Touristen: Die Entführung des Schauspielers Wang Xing nahe der Grenze zu Myanmar hat Sicherheitsbedenken geschürt, insbesondere unter chinesischen Reisegästen. Hier setzt die thailändische Regierung an und hat das Zertifizierungssystem „Trusted Thailand“ eingeführt. Dieses System soll Hotels, Restaurants und Unterhaltungsstätten zertifizieren, um Vertrauen zu schaffen und Thailand weiterhin als sicheres Reiseziel zu positionieren.

Um die verbliebenen Besucher zu gewinnen, kündigte Vachirachai Sirisumpan von der TAT eine neue Werbekampagne an, die sich speziell an südkoreanische Urlauber richtet. Die Botschaft: „Heilung von Geist, Körper und Seele“. Es wird darauf gesetzt, die einzigartigen Erfahrungen, die Thailand bietet, in den Vordergrund zu stellen.

Rückgang und zukünftige Strategien

Trotz dieser Bemühungen bleibt die Situation angespannt. Der Rückgang der internationalen Ankünfte ist alarmierend. Von Januar bis Mitte Oktober 2025 verzeichnete Thailand einen Rückgang von 7,45 % im Vergleich zum Vorjahr, mit nur 25,65 Millionen internationalen Ankünften – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den 40 Millionen Ankünften im Jahr 2019. Besonders betroffen sind Märkte wie Vietnam, Malaysia, China, Südkorea, Indien und Russland. Diese geopolitischen Spannungen und die Änderungen in der Visa-Politik könnten eine große Rolle spielen.

Die Prognosen werden pessimistischer: Man erwartet eine Absenkung der Ankunftszahlen von 35 Millionen auf 33 Millionen. Schließlich trägt der Tourismus zu fast 20 % des thailändischen Bruttoinlandsprodukts bei. Daher ist ein ausgeglichenes Besucherverhältnis für die Stabilität der Hotellerie, des Einzelhandels und des Verkehrssektors unerlässlich. Die thailändische Regierung plant neue Strategien zur Belebung des Tourismus, darunter visumfreies Reisen und verstärkte Marketingmaßnahmen. Gleichzeitig wird ein Umdenken angestrebt, um Massentourismus zu reduzieren und nachhaltige Praktiken zu fördern.

In diesem Kontext wird auch der „Weiße Lotuseffekt“ angesprochen, der die negativen Auswirkungen des Tourismus auf lokale Kulturen und Ökosysteme beschreibt. Initiativen zur Förderung von Ökotourismus sowie gemeindebasiertem Tourismus werden gestartet, um lokale Gemeinschaften von den Tourismuseinnahmen profitieren zu lassen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Für 2024 gibt es die Hoffnung auf eine Stabilisierung mit 35 Millionen internationalen Gästen, während die Stärkung des Inlandsreisetourismus als Schlüssel zur Lösung der gegenwärtigen Herausforderungen angesehen wird.

Der Ausblick im thailändischen Tourismus bleibt daher vorsichtig optimistisch, abhängig von der Behebung bestehender Probleme. Thailand hat viel zu bieten, aber die kommenden Monate werden zeigen, ob die Maßnahmen greifen und das Land seine Anziehungskraft zurückgewinnt.

Besonders spannend wird sein, wie das Land auf die Herausforderungen reagiert. Es bleibt zu hoffen, dass Thailand die Kurve kriegt und sich als eines der attraktivsten Reiseziele in der Region behaupten kann.