Am 8. Februar 2026 fanden in Thailand die Parlamentswahlen statt, die von nationalen Spannungen aufgrund eines Grenzkonflikts mit Kambodscha überschattet wurden. Die amtierende Bhumjaithai-Partei, unter der Führung von Premierminister Anutin Charnvirakul, konnte 194 der 500 Sitze im Parlament gewinnen, und damit einen weiteren Schritt auf dem politischen Parkett machen. Dennoch reichte es nicht für eine absolute Mehrheit, die bei 251 Sitzen liegt. Die People’s Party, die sich als reform- und jugendorientiert präsentiert, sicherte sich 116 Sitze, gefolgt von der Pheu Thai-Partei, die voraussichtlich 76 Abgeordnete stellt. Die Wahlbeteiligung lag bei 64 Prozent, was im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen ein Rückgang ist, berichtet dw.com.
Die Bhumjaithai-Partei hatte die nationalistische Stimmung im Land geschickt genutzt, um Wähler zu mobilisieren. Premierminister Anutin, der erst kürzlich weniger als 100 Tage im Amt war, nachdem er Paetongtarn Shinawatra abgelöst hatte, plant nun Koalitionsgespräche mit möglichen Partnern, um eine stabile Regierung zu bilden. Trotz ideologischer Differenzen gibt es Überlegungen, die Klatham-Partei als Koalitionspartner ins Boot zu holen, um die notwendige Mehrheit zu erreichen. Anutin plant, das Vertrauen der Wähler zu honorieren und eine stärkere Regierung zu bilden, während die People’s Party angekündigt hat, in die Opposition zu gehen und das parlamentarische System zu respektieren, so tagesschau.de.
Der Hintergrund der Wahlen
Die jüngsten Wahlen sind das Ergebnis eines vielschichtigen politischen Kontextes. Seit den Parlamentswahlen 2023, die bereits von politischer Unsicherheit geprägt waren, kam es zu mehreren Koalitionsbildungen und einem schweren Machtwechsel. Die Pheu-Thai-Partei war zuvor auf eine Regierung mit konservativen und pro-militärischen Parteien angewiesen, geriet dann aber in eine Krise, als Srettha Thavisin und später Paetongtarn Shinawatra durch Gerichtsurteile abgesetzt wurden. Im September 2025 schlossen die Fortschrittspartei und die Bhumjaithai-Partei einen Pakt, der Anutin als Premierminister unterstützen sollte. Um jedoch einer weiteren politischen Gärung vorzubeugen, musste Anutin das Parlament Mitte Dezember 2025 auflösen und Neuwahlen anberaumen, wie Wikipedia berichtet.
Am Wahltag wurde außerdem ein Referendum zur Neugestaltung der Verfassung von 2017 abgehalten, wobei die Mehrheit der Wähler für eine Ausarbeitung einer neuen Verfassung stimmte. Die letzten Jahre waren von politischer Instabilität geprägt, und die Bürger hoffen, dass die neuen Abstimmungen die Grundlage für eine nachhaltige Regierungsbildung legen. Während die Bhumjaithai-Partei ein starkes Ergebnis vorweisen kann, bleibt abzuwarten, ob sie die notwendige Unterstützung findet, um langfristig an der Macht zu bleiben.