Die Thailändische Wirtschaft auf einer scharfen Talsohle

Die aktuellen Prognosen der Weltbank für die thailändische Wirtschaft klingen alarmierend. Für 2026 wird ein Wachstum von nur 1,6 Prozent vorhergesagt, ein deutlicher Rückgang, der durch ein schwächeres globales Handelsumfeld sowie strukturelle Herausforderungen im eigenen Land bedingt ist. Besonders der hohe Schuldenstand privater Haushalte und die schleppende Erholung des Tourismussektors tragen zur pessimistischen Aussicht bei, wie Pattaya Mail berichtet. Der notwendige Übergang zu umweltfreundlicher Produktion könnte jedoch neue Impulse bieten, da umweltfreundliche Exportprodukte derzeit nur etwa 10 Prozent des Handelsvolumens ausmachen.

Turbolente politische Zeiten

Thailand, ein Land mit einer Bevölkerung von etwa 71,6 Millionen Menschen, ist seit dem Militärputsch von 2014 unter einer militärischen Regierung. Politische Unruhen sind in der Vergangenheit nicht selten und die aktuelle Regierung sieht sich einem zunehmenden Druck gegenüber. In den Parlamentswahlen 2023 konnte die demokratische Opposition einige Erfolge verbuchen, während die wiederholte Auflösung der Fortschrittspartei ein Zeichen für die angespannte Lage der Demokratie in Thailand ist, so berichtet Statista.

Der Rückgang im Tourismus

Eine der größten Sorgen ist der Rückgang der internationalen Touristen, die für die thailändische Wirtschaft von enormer Bedeutung sind. Der Tourismus war lange der Motor des Wachstums, brachte 2024 rund 1,4 Billionen Baht in ausländischen Einnahmen. Doch seit Februar 2025 erleben die Zahlen einen dramatischen Rückgang und dies über bereits drei Monate hinweg. Wie Schönes Thailand berichtet, sorgen die gesunkenen Besucherzahlen für einen realen Wertverlust von 186 Milliarden Baht. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf den Verbraucher, sondern auch auf staatliche Einnahmen, die erheblich sinken.

Wirtschaft unter Druck

Experten schätzen, dass das Land 2025 nur ein Wachstum von 1,4 Prozent erreichen könnte. Dies wäre der geringste Wert seit Jahren und führt zu einem stark erhöhten Druck auf die Regierung, schnell zu handeln. In Anbetracht der aktuellen Liquiditätskrise im Unternehmenssektor haben Unternehmer die Situation als die schwierigste der letzten 40 Jahre bezeichnet. Der Staat sieht sich gezwungen, auf Übergangsprojekte zurückzugreifen und verfügte bereits über 300 Milliarden Baht, die ursprünglich für Notfälle vorgesehen waren.

Die Weltbank empfiehlt dringende Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs, zur Verbesserung der Ausbildung und zur nachhaltigen Haushaltskonsolidierung. Die Hoffnung auf nachhaltige Verbesserung und Rückkehr zu alten Wachstumspfaden bleibt dennoch eine Herausforderung. Das Land steht vor der Frage, wie es aus dieser Krisensituation herauskommen kann.