Die Bank of Thailand hat am 6. Februar 2026 einen bedeutenden Schritt in der Geldpolitik vollzogen. Im Mittelpunkt steht eine Abkehr von der bisherigen Praxis, ausschließlich über Zinssätze zu agieren. Vielmehr soll nun ein breiteres politisches Konzept verfolgt werden, um sich den strukturellen Problemen der thailändischen Wirtschaft zu widmen.
Ein wichtiger Aspekt dieser Strategie ist die angekündigte Senkung des Leitzinses um weitere 25 Basispunkte, die den Zinssatz auf 1,00 % reduzieren wird. Diese Entscheidung wird voraussichtlich am 25. Februar 2026 umgesetzt. Experten gehen davon aus, dass dieser Zinssatz bis 2027 bestehen bleiben wird, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen und gleichzeitig finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
Herausforderungen der thailändischen Wirtschaft
Die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen sind nicht zu übersehen. Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 0,4 %, dem niedrigsten Stand seit vier Jahren. Trotz einer kleinen Stabilisierung der Kreditvergabe gibt es ernsthafte Bedenken über die hohe Verschuldung der Haushalte, die bei etwa 89 % des BIP liegt. Diese Problematik beeinträchtigt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, deren Kredite in strukturell schwierigen Sektoren zurückgehen.
Ein weiterer kritischer Punkt sind die strukturellen Herausforderungen, die Thailand plagen. Unter anderem die geringe Produktivität und die hohe Ungleichheit erfordern mehr als nur eine Zinssenkung. Die Entscheidung zur Zinssenkung wurde nämlich durch die erkannten „deutlicheren Abwärtsrisiken“ für die Wirtschaft motiviert, die unter anderem durch eine gestiegene Konkurrenz aus dem Ausland, insbesondere China, bedingt sind.
Reaktionen auf die Zinspolitik
Die thailändische Regierung ist optimistisch und sieht in der Senkung des Leitzinses eine Chance, die Liquidität zu erhöhen und Investitionen anzukurbeln. Der Schritt der Zentralbank zur Zinssenkung wird überwiegend als notwendig erachtet, um das Vertrauen in die Wirtschaft zurückzugewinnen und das Wirtschaftswachstum zu fördern. Auf den Finanzmärkten zeigte sich bereits eine positive Reaktion, als die Börse nach der Ankündigung um 1,6 % anstieg.
Allerdings besteht die Herausforderung darin, den schmalen Grat zwischen Wachstum und finanzieller Stabilität zu halten. Auch wenn die aktuellen Maßnahmen darauf abzielen, die Baht-Währung zu schwächen und so die Exportwettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, bleibt die Zentralbank zurückhaltend in ihrer Einschätzung, dass eine dauerhaft niedrige Zinspolitik sinnvoll sei.
Insgesamt bleibt der Ausblick auf die thailändische Wirtschaft gemischt. Während die Prognosen für das BIP-Wachstum im kommenden Jahr lediglich 2,0 % betragen, sind sowohl der Tourismus als auch die Inlandsnachfrage jedoch Bereiche, die weiterhin unterstützend tätig sein können. Die kommenden Monaten werden zeigen, wie die Bank of Thailand und die Regierung die Herausforderungen des wirtschaftlichen Umfelds meistern werden.