Ende der Visa-Run-Ära in Thailand? Die Zeiten, in denen Expats im Land ihren Aufenthalt durch häufige Grenzüberquerungen verlängern konnten, neigen sich dem Ende zu. Ab 2026 zeigt sich eine deutliche Verschärfung der Einreiseregeln, insbesondere am Grenzübergang zwischen der thailändischen Provinz Tak und der myanmarischen Stadt Myawaddy. Wie Pattaya Mail berichtet, handelt es sich hierbei jedoch nicht um neue Gesetze, sondern um eine konsequentere Anwendung bestehender Vorschriften.

Die Einwanderungsbeamten in Thailand überprüfen nun zunehmend nicht mehr nur einzelne Einreisen, sondern werten die gesamte Reisehistorie von Bewerbern aus. Dies hat zur Folge, dass häufige Einreisen und wiederholte Verlängerungen strenger unter die Lupe genommen werden. Entscheidungen über Einreisen und Verlängerungen sind nun Ermessenssache, was die Unsicherheit für viele Ausländer im Land erhöht.

Das neue digitale Nomadenvisum

Gleichzeitig bringt Thailand mit dem neu eingeführten Destination Thailand Visa (DTV) eine Option für ortsunabhängig arbeitende Ausländer ins Spiel. Dieses Visum, das seit Juli 2024 verfügbar ist, ermöglicht es digitalen Nomaden, bis zu 180 Tage pro Einreise zu bleiben und bis zu fünf Jahre lang in Thailand zu leben – ohne gegen die lokalen Arbeitsgesetze zu verstoßen. Laut Travelicia ist Thailand aufgrund seiner gut ausgebauten Infrastruktur und des günstigen Lebensstils ein beliebtes Ziel für diese Zielgruppe.

Um für das DTV-Visum in Frage zu kommen, müssen Bewerber mindestens 20 Jahre alt sein, ortsunabhängig arbeiten und ein regelmäßiges Einkommen von mindestens etwa 80.000 THB pro Monat nachweisen. Zudem ist eine Krankenversicherung mit einer Mindestdeckung von 50.000 USD erforderlich. Die Anträge können online über das e-Visa-Portal der thailändischen Regierung eingereicht werden. Praktisch sind auch die geringen Kosten von etwa 10.000 THB, die es Freelancern und Selbstständigen ermöglichen, in Thailand längerfristig zu bleiben.

Stabilität durch neue Visa-Kategorien?

Ein weiterer großer Schritt ist die Neugestaltung der Visakategorien in Thailand, die in den kommenden Jahren klarere Regelungen verspricht. Das Long-Term Resident (LTR)-Visum wird ebenfalls zugänglicher, mit gesenkten Einkommensanforderungen und weniger bürokratischen Hürden. Vorteile des LTR-Visums sind unter anderem eine jährliche Meldung anstelle der bisherigen 90-Tage-Reportingpflicht und steuerliche Anreize für längerfristige Aufenthalte.

Die Entwicklungen von 2026 spiegeln einen umfassenderen Wandel wider, weg von informellen Umgehungslösungen hin zu stabileren und nachvollziehbaren Einreise- und Aufenthaltsbedingungen. Wie ExpatDen feststellt, könnte dieser Schritt viele der Unklarheiten beseitigen, mit denen Ausländer in Thailand oft konfrontiert werden.

Insgesamt erweist sich Thailand weiterhin als attraktives Ziel für digitale Nomaden und Expats, allerdings ist es nun ratsam, die Anpassung an die neuen Regelungen ernst zu nehmen, um einem stabilen Aufenthalt im Land gerecht zu werden. Ab 2026 sollten die Expats ihre Reisepläne entsprechend gestalten, um die neuen Anforderungen nicht ins Wanken zu bringen.