Thailand: Wirtschaftswachstum im vierten Quartal – Hoffnung oder Illusion?
Piti Disyatat von der Bank of Thailand prognostiziert positive Wirtschaftserholung im vierten Quartal 2025, trotz Inflationsschwankungen.

Thailand: Wirtschaftswachstum im vierten Quartal – Hoffnung oder Illusion?
In Thailand gibt es frische Neuigkeiten! Der stellvertretende Gouverneur der Bank of Thailand (BOT), Piti Disyatat, sieht Licht am Ende des wirtschaftlichen Tunnels und prognostiziert für das vierte Quartal 2025 ein positives Wirtschaftswachstum. Gemäß den aktuellen Eckdaten, die marketscreener.com bereitstellt, wird für 2025 eine jährliche Wachstumsrate von 2,2 % erwartet.
Nach einer durchwachsenen Entwicklung zeigt sich allerdings, dass im dritten Quartal 2024 die Wirtschaft um 0,6 % schrumpfte – das erste Mal seit über elf Quartalen, dass die Zahlen ins Negative rutschten. Für 2026 hingegen hat die BOT bereits optimistischere Vorhersagen parat: Ein Wachstum von 2,3 % könnte auf uns zukommen.
Inflation und Zinspolitik unter Beobachtung
Die wirtschaftliche Lage geht Hand in Hand mit den Inflationsraten. Piti erwartet, dass die Gesamtinflation bis März oder April 2025 wieder in den positiven Bereich klettert, nachdem sie im November 2024 den achten Monat in Folge negativ war. Für Dezember 2024 wird laut einer Reuters-Umfrage mit einer Inflationsrate von minus 0,34 % gerechnet. Die BOT schätzt, dass die Inflation für 2025 bei minus 0,1 % liegen wird, gefolgt von einem leichten Anstieg auf 0,3 % im Jahr 2026.
Zur Unterstützung der Wirtschaft hat die BOT im Dezember 2024 den Leitzins auf 1,25 % gesenkt, insgesamt um 125 Basispunkte seit Oktober 2024. Markteilnehmer erwarten, dass es im Februar 2025 zu einer weiteren Zinssenkung kommen könnte. Piti betont jedoch die Notwendigkeit, vorsichtig mit diesen Maßnahmen umzugehen, um ungewollte Schocks zu verhindern.
Der Baht und Goldmarkt im Fokus
Kommt hinzu, dass sich der thailändische Baht im Jahr 2025 um 8 % erhöht hat, was ihn zur zweitstärksten Währung in Asien macht. Diese Stärke hat ihre Tücken: Die Volatilität des Baht wird durch verschiedene Faktoren, wie US-Zölle, hohe Haushaltsverschuldung und politische Unsicherheiten, beeinflusst. Die BOT plant, in der zweiten Jahreshälfte 2025 am Devisenmarkt einzugreifen, um die Volatilität zu kontrollieren, ohne spezifische Niveaus anzustreben.
Ein weiteres heißes Thema scheint der Goldhandel zu sein. Die BOT erwartet, dass Transaktionen großer Händler im Jahr 2025 ganze 50 % des thailändischen BIP ausmachen werden. Goldpreise sind 2025 um bemerkenswerte 64 % gestiegen – der größte Anstieg seit 46 Jahren! Händler warnen allerdings vor einem Vorhaben des Finanzministeriums, das eine Steuer auf Online-Goldtransaktionen einführen möchte. Solche Maßnahmen könnten die Attraktivität Thailands als Goldhandelszentrum gefährden.
Der Hintergrund dieser Überlegungen ist die Bestrebung, den Goldhandel in US-Dollar zu fördern, um die Auswirkungen auf den Baht zu mildern. Gemäß den Prognosen könnte der Goldpreis im Jahr 2026 sogar 5.000 US-Dollar pro Unze erreichen.